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Stell dir ein Leben ohne Angst vor

German shadowing practice · 519 sentences · 19:11 long · 3142 words

Stell dir ein Leben ohne Angst vor

About this practice session

This page turns the YouTube video “Stell dir ein Leben ohne Angst vor” into a German shadowing exercise. The recording is split into 519 short sentences that you can play one at a time, repeat after the speaker and record your own version for automatic pronunciation scoring.

The speaker talks at about 171 words per minute, a fast pace, with an average of 6.1 words per sentence. That makes it best for advanced learners; slow the playback down or loop each sentence at first.

How to practise with this video

  1. Play the first sentence and listen while reading the transcript. Notice the stress, the pauses and where the intonation rises or falls.
  2. Replay it and speak along with the speaker, copying the rhythm rather than reading word by word.
  3. Record yourself straight after the original. ShadowEcho scores each word for accuracy, fluency and completeness.
  4. Compare your recording with the original, retry the words marked in red, then move on to the next sentence.
  5. Practise 10–15 minutes a day. Coming back to the same video after a few days is an easy way to measure progress.

Transcript (German)

  1. Hallo Freunde, ich bin Emilia. Ich habe
  2. eine extrem seltene genetische Störung.
  3. Diese Erkrankung ist so unglaublich
  4. selten, dass es weltweit nur 400
  5. bekannte Fälle gibt. Und ich bin einer
  6. davon. Ihr werdet sicher geschockt sein,
  7. wenn ich es euch erzähle oder mir nicht
  8. mal glauben. Ihr könnt diesen Kanal
  9. übrigens abonnieren, wenn ihr über neue
  10. Videos benachrichtigt werden wollt. Und
  11. wenn euch meine Geschichte gefällt, dann
  12. vergesst bitte nicht, es zu liken.
  13. Zuerst erzähle ich euch etwas, das
  14. geschah, als ich 6 Jahre alt war, denn
  15. damals bemerkten meine Eltern zum ersten
  16. Mal, dass etwas mit mir nicht stimmte.
  17. In der Nähe unseres Hauses gab es einen
  18. Wald. Manchmal gingen wir zum Zelten
  19. dorthin. Bei einem dieser Ausflüge
  20. bereitete meine Mom das Abendessen zu,
  21. während mein Dad und ich Feuerholz
  22. sammelten. Plötzlich hörten wir Mama
  23. schreien. Mein Dad rannte sofort zu ihr
  24. zurück. Eine riesige Schlange war auf
  25. den Tisch gekrochen und hatte es sich
  26. direkt neben unserem Essen bequem
  27. gemacht. Mein Dad sagte zu meiner Mom:
  28. "Schatz, keine Panik, ich regel das." Er
  29. versuchte vergeblich die Schlange mit
  30. seltsamen Geräuschen zu vertreiben.
  31. Ich hatte bemerkt, dass die Schlange
  32. neben dem Schokokuchen saß.
  33. Ohne nachzudenken, ging ich zum Tisch,
  34. packte die Schlange hinter dem Kopf und
  35. schleuderte sie davon. Meine Eltern
  36. starrten mich ungläubig an. Die Schlange
  37. war ebenso verdutzt.
  38. Sie schlängelte davon und verschwand im
  39. Wald. Als Mama schrie: "Bist du
  40. übergeschnappt?" sagte ich nur, sie
  41. wollte den Kuchen essen.
  42. Das war natürlich unheimlich gefährlich.
  43. Bei einem Biss hätte ich krank werden
  44. oder sterben können. Jetzt fragt ihr
  45. euch vielleicht, wie ich mit gerade mal
  46. 6 Jahren so mutig sein konnte. Das liegt
  47. daran, dass ich keine Angst empfinde.
  48. Ich fürchte mich vor nichts. Es klingt
  49. vielleicht cool, wenn ich das so sage,
  50. aber um diese genetische Störung bin ich
  51. echt nicht zu beneiden. Menschen haben
  52. sechs Emotionen. Ein Freude. 2 Trauer. 3
  53. Ekel. 4 Überraschung 5 Wut. Und sech
  54. Angst. Diese Emotionen werden vom Gehirn
  55. erzeugt. Das Gehirn entscheidet, welche
  56. Emotion wir empfinden, je nachdem in
  57. welcher Situation wir uns befinden. Doch
  58. was passiert, wenn das Gehirn eine
  59. dieser sechs Emotionen nicht kennt?
  60. Richtig, man kann sie nicht empfinden.
  61. Dieses Problem haben Menschen wie ich.
  62. Unser Gehirn weiß nicht, was Angst ist.
  63. Ich bin also die furchtloseste Person,
  64. der ihr jemals begegnen werdet. Darauf
  65. bin ich aber nicht wirklich stolz, denn
  66. keine Angst zu haben ist viel
  67. gefährlicher, als ihr vielleicht denkt.
  68. Tatsächlich kann es sehr unangenehm
  69. sein. Ein paar Mal wäre ich deswegen
  70. sogar fast gestorben. In der Nähe meiner
  71. Schule gibt es einen Park. Meine Freunde
  72. hängen dort nach der Schule oft ab und
  73. quatschen. Einmal klaute ein Mann einer
  74. Frau, die auf einer Bank neben uns saß,
  75. die Handtasche und rannte davon. Als er
  76. vorbeirannte, stellte ich ihm ein Bein.
  77. Er stolperte und fiel auf sein Gesicht
  78. und die Handtasche flog ihm aus der
  79. Hand. Sie war natürlich sehr froh
  80. darüber, was ich getan hatte. Sie dankte
  81. mir wieder und wieder. Doch was ich
  82. getan hatte, war viel zu gefährlich für
  83. jemanden in meinem Alter. Wenn der Mann
  84. ein Messer oder eine Pistole gehabt
  85. hätte, hätte er mich ernsthaft verletzen
  86. können.
  87. Das ist aber nur ein Beispiel für eine
  88. gefährliche Situation, in die ich meine
  89. gestörte Furchtlosigkeit bringen kann.
  90. Konnte ich daraufhin mein Verhalten
  91. ändern? Natürlich nicht. Da ich nicht
  92. weiß, was Angst ist, haben schlechte
  93. Erfahrungen wie diese leider keine
  94. Wirkung auf mich. Ganz egal, was ich
  95. erlebe, ich handle weiterhin ohne Angst.
  96. Jetzt denkt ihr vielleicht: "Okay, du
  97. empfindest keine Angst. Benutzt doch
  98. einfach deinen Verstand. Schütz dich in
  99. so einer Situation, auch wenn du keine
  100. Angst empfindest." Aber das geht leider
  101. auch nicht. Ich weiß, dass man, wenn man
  102. Angst hat, normalerweise Herzklopfen,
  103. einen kürzeren Atem und schwitzige Hände
  104. bekommt. Ich verstehe nicht, warum ich
  105. Angst haben sollte, weil nichts davon
  106. mit meinem Körper passiert. Ich bin
  107. nicht dumm. Mein IQ ist ganz normal.
  108. Mein Gedächtnis ist auch okay. Ich
  109. vergesse diese Situationen nicht. Aber
  110. wenn ich eine riesige Spinne sehe, packe
  111. ich sie trotzdem mit bloßen Händen, ohne
  112. darüber nachzudenken. Ich sehe keinen
  113. Grund zur Vorsicht, weil mein Gehirn mir
  114. nicht sagt, dass ich Angst haben sollte.
  115. Darum kann ich in aller Ruhe Dinge tun,
  116. die ihr vielleicht verrückt findet. Es
  117. gibt natürlich viele mutige Menschen,
  118. doch diese Störung hat nichts damit zu
  119. tun, mutig zu sein. Es ist mehr als das.
  120. Wenn ihr z.B. über die Straße wollt,
  121. vergewissert ihr euch zuerst, dass keine
  122. Autos kommen. Menschen mit meiner
  123. Störung tun sich sogar mit etwas so
  124. simplen schwer. Ich trete meist auf die
  125. Straße, ohne nach links und rechts zu
  126. schauen. Noch verrückter, würdet ihr
  127. euch wilden Tieren nähern, obwohl ihr
  128. wisst, dass sie euch in Stücke reißen
  129. könnten? Menschen wie ich leider schon.
  130. In der siebten Klasse machten wir einmal
  131. einen Ausflug in den Zo. Nach einer
  132. Weile kamen wir zum Tigergehege.
  133. Im Gehege waren zwei ausgewachsene und
  134. ein junger Tiger. Der kleine Tiger war
  135. natürlich super süß. Ich wollte ihn
  136. unbedingt streicheln unds trennte eine
  137. Mauer und ein Wassergraben von den
  138. Tigern. Ich dachte, ich könnte hinunters
  139. springen, durch den Graben schwimmen und
  140. dann einfach den kleinen Tiger
  141. streicheln. Ich beschloss es zu
  142. probieren und begann über die Mauer zu
  143. klettern.
  144. Zum Glück sah ich die Lehrerin und
  145. packte mich noch, bevor ich springen
  146. konnte.
  147. "Emilia, was machst du? Bist du
  148. verrückt?", schrie sie. Ich verstand
  149. natürlich nicht, was ich falsch gemacht
  150. hatte und versuchte mich zu erklären.
  151. Ich wollte nur den kleinen Tiger
  152. streicheln und wieder gehen. Nach diesem
  153. Vorfall brachten mich meine Eltern zu
  154. einem Therapeuten. Sie wussten, dass ich
  155. sehr mutig bin, aber das war dann doch
  156. etwas zu viel. Der Therapeut stellte mir
  157. viele Fragen über ähnliche Vorfälle aus
  158. meiner Vergangenheit. Danach sagte er
  159. meinen Eltern, Emilia scheint kein
  160. psychologisches Problem zu haben, und
  161. verwies sie an einen Neurologen.
  162. Neurologen beschäftigen sich mit
  163. Problemen rund ums Gehirn. In der
  164. neurologischen Abteilung machten sie
  165. weitere Tests. Bei einem Test zeigte mir
  166. der Arzt Fotos von Gesichtern und fragte
  167. mich, wie sich diese Personen fühlen.
  168. Beim ersten Foto sagte ich, er lacht. Er
  169. ist glücklich. Beim nächsten: "Sie
  170. weint, also ist sie traurig."
  171. Das dritte Foto zeigte eine schreiende
  172. Frau. Ich sagte, sie schreit also
  173. und verstummte. Ich weiß, das klingt
  174. unmöglich, aber wenn ich das Gesicht von
  175. jemandem sehe, der Angst hat, erkenne
  176. ich nicht, dass diese Person Angst hat.
  177. Mein Gehirn ist nicht nur unfähig Angst
  178. zu erzeugen, sondern registriert auch
  179. nicht, wenn andere Angst haben, da es
  180. nicht weiß, was [musik] Angst überhaupt
  181. ist. Da mein Gehirn nicht weiß, weiß ich
  182. es auch nicht. Nach diesen Tests
  183. diagnostizierten die Neurologen meine
  184. Störung. Kein Angstempfinden. Da dies
  185. eine seltene genetische Störung war,
  186. wurde ich zu einer medizinischen
  187. Fallstudie. Ab und zu besuchen mich
  188. Wissenschaftler und führen neue Tests
  189. durch. Diese Störung wird immer noch
  190. erforscht, da ihre Ursache noch nicht
  191. bekannt ist. Wie ihr vielleicht schon
  192. vermutet, gibt es auch keine Behandlung.
  193. Ich werde für den Rest meines Lebens
  194. damit leben müssen. Hat diese Krankheit
  195. auch irgendwelche Vorteile? Zum Glück
  196. schon. Ich habe keine Ängste, die einem
  197. das Leben schwer machen. Ich hatte z.B.
  198. nie Angst vor Prüfungen. Das hat sich
  199. immer positiv auf meine Noten
  200. ausgewirkt. Ich habe auch keine Angst

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The original video belongs to its creator: watch it on YouTube.

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